Kreditkarten, Fingerspitzengefühl und rohe Gewalt (DE)

Während wir unser Thanksgiving-Essen vorbereiteten (https://walkingonthewildside.com/2015/11/27/den-gurtel-weiter-schnallen-friendsgiving-in-nyc/) hatten es Bo und sein Kumpel Philipp irgendwie unbemerkt geschafft, unsere Badezimmertür hinter sich zu schließen. Und zwar von außen. Hier die Geschichte, wie elf Thanksgiving-Gäste und ein (wunderbarer) Doorman versuchen ein verriegeltes New Yorker Badezimmer aufzubrechen.

Zuerst habe ich noch gelacht. Als die ersten Gäste zur Toiletten müssen und die Tür noch immer nicht aufgeht, wird es langsam hektisch. Keines unserer Werkzeuge passt, keine Nadel, kein Messer. Die Tür kann nicht ausgehangen werden, diverse Kundenkarten und Plastikflaschen werden nun parallel aufgeschnitten – doch es hilft alles nichts. Die Tür bewegt sich keinen Zentimeter.

Auch die Nachbarn können die Situation nicht entspannen – an Thanksgiving ist wirklich kein New Yorker zuhause.

Wir rütteln also weiter. 20 Minuten. 30 Minuten. 35 Minuten – ich kann mit einigem Stolz behaupten, dass ein paar meiner Freunde durchaus Panzerknackerqualitäten haben.

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Wir brauchen trotzdem 40 Minuten.
Deswegen an dieser Stelle die Erkenntnis:

Mit viel Geduld, Kreditkarten, Fingerspitzengefühl und roher Gewalt geht jede Tür auf.

Wer von euch kommt jetzt nachts mit zu Tiffany’s?

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postet by Jule

Den Gürtel weiter schnallen. Friendsgiving in NYC (DE)

Sieben Monate in New York und schon hab ich zwei neue Feste gelernt. Zugegeben, Halloween kannte ich schon ein bisschen aus Deutschland. Thanksgiving aber war neu. Und ganz wunderbar. Es ist ein bisschen wie die Generalprobe für Weihnachten. Mit Truthahn. Und ich hatte ehrlicherweise keine Ahnung, was ein echtes Thanksgiving Dinner in den USA wirklich ausmacht.

Deswegen hier meine kleine Zutatenliste:

Zutat 1:
Eine handvoll Freunde. Wer wie wir seine Familie nicht in den USA hat, feiert „Friendsgiving“. Und zack ist das Haus voller Freunde und alle schnippeln, köcheln und stoßen an.

Zutat 2:
Ein Truthahn. Schon seit Wochen kann man in Manhattan in allen Supermärkten tiefgefrorene Truthähne in allen Größen und Sorten (kosher, nicht kosher, grass-fed, dick, dünn, glücklich, nicht so wirklich glücklich, aber dafür supergünstig usw.) finden. Wir haben unseren Vogel (für das gute Gewissen) bei einem Fleischer im West Village bestellt, der ausschließlich organic turkeys liefert.

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Zutat 3:
Zeit. An diesem letzten Donnerstag im November steht alles still. Was wir nur von den Weihnachtsfeiertagen kennen, wird nun auch an Thanksgiving durchgezogen: alles hat zu, keiner arbeitet, alle feiern. Keine Ausreden. Kein „ich würd ja gern, aber ich muss noch soooo viel…“. An Thanksgiving lässt das ganze Land für einen Tag den Stift fallen. Und am darauffolgenden Black Friday wird es dafür umso heftiger, wenn alle Geschäfte mit Rabatten die Weihnachtszeit einläuten.

Zutat 4:
Weite Hosen. Nach Süsskartoffel-Brokkolisuppe, Truthahn, Süsskartoffeln, Bohnen, Cranberriesauce, Mashed Potatos, Bananenbrot, Vanillekipferl und  Macarons geht die enge highwaist Jeans zumindest für eine Nacht nicht mehr zu.

„Thanksgiving, man. Not a good day to be my pants.“ (Kevin James)

 

 

posted by Jule