Interview: Leaving New York. Supernovas Mama geht.

 

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In New York herrscht ständiges Kommen und Gehen. Fremde kommen und gehen irgendwann als Freunde wieder.

One of the hardest things about living in NYC is that this city is so transient. Hate when good friends move away… (Taza)

…Leaving New York never has anything to do with leaving New York, and everything to do with everything else. Even lifetime New Yorkers leave New York. They get out and they go back. New York in and of itself is a constant; New Yorkers are not.*

Während Meng und ich bei Victoria sitzen und wir etwas erschöpft und belustigt zuschauen wie die kleinen Monster das hübsche One Bedroom Appartment verwüsten, schiele ich schon auf die gestapelten Umzugskisten. Sie haben gepackt. Die Reise geht weiter und uns wird bei dem Gedanken ganz schwer ums Herz.

Vielleicht sitzen wir irgendwann an einem anderen Ort der Welt zusammen und schauen zu, wie unsere Kinder Chaos verbreiten. Aber wer weiß. Auf jeden Fall geht jetzt eine kleine Episode zu Ende, die wir alle sehr mochten.

Aber bevor wir Victoria und ihre kleine Familie gehen lassen, haben wir noch ein paar Fragen an sie:

Wie lange habt Ihr jetzt in der Stadt gelebt?
Victoria: Fast genau zwei Jahre. Anderthalb Monate fehlen uns, um die zwei Jahre voll zu machen. Es fühlt sich gleichzeitig wie eine Ewigkeit und ein Augenzwinkern an. Klingt immer nach Klischee – ist aber wirklich so.

Wo und wie habt ihr in den letzten 18 Monaten gewohnt?
Victoria: Wir haben großes Glück gehabt und das “Student Housing” der Columbia University bekommen. Und so durften wir ein schnuckeliges One Bedroom Apartment mit 50 Quadratmetern am oberen Ende der Upper West Side unser Eigen nennen.

Warum überhaupt New York?
Victoria: 2008 haben mein Mann und ich während unseres Studiums ein Auslandssemester in NYC verbracht. Das Semester ist viel zu schnell verflogen und wir wussten, dass wir irgendwann noch einmal für längere Zeit zurückkehren MÜSSEN. Als mein Mann von seinem Arbeitgeber die Möglichkeit einer zweijährigen Bildungsauszeit bekommen hat, stand schnell fest, dass es ein MBA in New York werden soll. Das Bewerbungsverfahren für den MBA war lang und aufregend und die Freude über die Zusage natürlich grenzenlos. Bei so einer Chance überlegt man natürlich nicht zwei Mal. Ich habe meinen Job bei Procter & Gamble gekündigt, wir haben fast unser gesamtes Hab und Gut verkauft, unsere Wohnung aufgelöst und ein paar Tage später saßen wir schon im Flieger.  

New York is as magical as they say, and I still can’t believe that it was really my life to walk the streets and know the people and claim little bits of that energy as my own.

Was bedeutet Dir die Stadt heute?
Victoria: New York ist für mich einfach die tollste, aufregendste und schönste Stadt der Welt. Die Energie ist ansteckend und those big lights WILL inspire you. Es ist eine Stadt der Extreme und vielleicht ist es das, was sie so besonders macht. Die Jahreszeiten sind extrem, die Menschen sind extrem, die Preise sind extrem und ein ganz normaler Tag ist nicht selten extrem aufregend. In New York haben wir die schönsten zwei Jahre unseres Lebens verbracht und hoffentlich wird sich die Stadt für immer genau so nach “zu Hause” anfühlen, wie in diesem Moment.

Du bist hier zum ersten Mal Mama geworden. Erzähl doch mal, wie hast Du das erlebt? Habt ihr euch vorbereitet? Was war Dir eine große Hilfe?
Victoria: Als wir umgezogen sind war ich bereits im vierten Monat schwanger, aber wir hatten keinerlei Vorbereitungen getroffen. Vor Ort haben wir uns dann einen Arzt gesucht und eine deutsche Doula engagiert (In den USA gibt es keine Hebammen und keinerlei Betreuung vor und nach der Geburt, abgesehen vom Hausarzt). Ich hatte aber wirklich nie Bedenken, das erste Kind fernab der Heimat zu bekommen und die gesamte Erfahrung vor, während und nach der Geburt war wunderbar herzlich und schön. Ich würde es sofort wieder genauso machen.

In New York, they say you’re always looking for a boyfriend, an apartment or a job… (Sex and the City)

Den Mann haste ja mitgebracht, das Apartment war schon vorher ausgesucht – wie lief das mit Deinem Job? Du hast Teilzeit bei Meetup (meetup.com) gearbeitet, einem hier sehr bekannten Start-Up. Hattet Ihr eine Nanny oder wie habt Ihr es organisiert?
Victoria: Als Nova ungefähr sechs Monate alt war, habe ich durch einen glücklichen Zufall von diesem tollen Teilzeit-Job bei Meetup erfahren (Teilzeit-Jobs sind hier eher selten). Mein Mann konnte seine Unikurse in zwei Tage pro Woche und einige Wochenenden quetschen, sodass ich drei volle Tage pro Woche arbeiten konnte. Zu Beginn haben die beiden mich noch jeden Tag in meiner Mittagspause in SoHo besucht und ich habe Nova gestillt. Das Ganze hat wunderbar funktioniert und ich habe die Tage im Büro unglaublich genossen, während Nova und Papa ein grandioses Team geworden sind. Ich bin super dankbar, dass wir diesen Luxus hatten, während meine amerikanischen Kolleginnen nach sechs Wochen(!) unbezahltem Mutterschaftsurlaub wieder Vollzeit arbeiten und ihr Kind einer Nanny oder Kita anvertrauen müssen.

Jetzt nach den 17 Monaten mit Supernova: New York mit Kind, Hopp oder Top?
Victoria: Ha! Die große Preisfrage. Ich glaube für die Kinder selbst, egal in welchem Alter, ist das Leben und Aufwachsen hier einfach nur grandios. Es gibt leider so viele Vorurteile gegenüber Kindererziehung in einer Großstadt wie New York, aber meiner Erfahrung nach stört es kein einziges Kind in einem winzigen Apartment zu leben, wenn es diese unglaubliche Vielfalt an Aktivitäten vor der Haustür hat. Übernachten im Museum of Natural History, mit der Ubahn zum Strand von Coney Island, ein Spielplatz an jeder Straßenecke, ein Park so groß wie Monaco direkt um die Ecke, viele Museen für Kinder, mehrere Zoos und und und… Es gibt einfach so unglaublich viel zu entdecken und zu erleben, dass es schlichtweg unmöglich ist, Langeweile zu haben. Für uns Eltern hat das aufregende Leben in New York allerdings auch einen sprichwörtlich hohen Preis. Selbst für kleinsten Wohnraum zahlt man horrende Summen und ein Kita Platz kostet gerne 2000-3000$ im Monat. Eine Waschmaschine ist in den meisten Apartments per Gesetz nicht erlaubt und für eine Spülmaschine ist häufig sowieso kein Platz. Es sind die kleinen Dinge und großen Preise die das Leben mit Kind hier auch ziemlich anstrengend werden lassen. Trotzdem ist das Abenteuer New York mit Kind jeden Dollar wert und ich rate jedem der die Möglichkeit hat: Go for it.  

Was sind Deine fünf Tipps für alle Mamas die frisch nach New York gezogen sind oder das gerade planen?

  1. Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken. Die Mom/Parent-Communities in New York sind riesig und unglaublich offen und herzlich. Egal ob Meetup- oder Facebook-Gruppen, es gibt immer viele nette Playdates, Stroller Walks, Mommy Happy Hours, Picnics und Music Classes die es jedem super einfach machen, neue Leute kennenzulernen.
  2. Travel light. Die U-Bahn ist oft sehr voll und einen Aufzug gibt es nur an wenigen Stationen. Je kleiner und leichter der Kinderwagen desto besser. Wie ganz viele andere New Yorker auch, waren wir mit Nova die ersten sechs Monate fast ausschließlich mit der Trage unterwegs.
  3. Es gibt jede Woche wahnsinnig tolle Newsletter mit Family Aktivitäten fürs Wochenende von Red Tricycle und Mommy Poppins. Die Infos sind Gold wert.
  4. Um den Anschluss an die Heimat nicht zu verlieren – Mommy Mondays Manhattan (und vieles mehr) von Citykinder.
  5. Dein Smartphone ist dein bester Freund. In vielleicht keiner anderen Stadt ist es so einfach sich quasi ALLES innerhalb von einer Stunde an die Haustür liefern zu lassen. Amazon NOW, Google Express, Fresh Direct, Instacart, Postmates…Alle nervigen Besorgungen und Einkäufe kann man bequem vom Sofa aus erledigen.

…You can’t over-romanticize New York. New York is what it is, and all people, everywhere, have a love-hate relationship with the place. Some people love it more than other people hate it, but its glittery allure turns everyone’s eye at one point, even if it’s just on a movie screen or in a magazine picture.

Hast Du eine „Hassliebe“ zu New York entwickelt oder bist Du immer noch verliebt?
Victoria: An der berühmten “Hassliebe” der New Yorker ist bestimmt viel Wahrheit dran. An 29 Tagen des Monats bin ich unglaublich verliebt in New York, aber dann gibt es meist auch diesen einen Tag, an dem die Liebe nicht ganz so groß ist. Zum Beispiel wenn es in Strömen regnet und aus einer 20 Minuten U-Bahn Fahrt einfach so 90 Minuten werden, weil man auch nach zwei Jahren die dahingenuschelten Service Changes der Bahn nicht verstanden hat. Da stehe ich dann auf einmal mit quengeldem Kind im tiefsten Harlem und es ist kein Aufzug und kein Taxi (eines mit Kindersitz sowieso nicht) weit und breit zu sehen. An solchen Tagen wird die Liebe zu New York auf eine harte Probe gestellt.
Am nächsten Tag ist allerdings alles wieder vergessen, wenn man den menschenleeren Times Square im Morgengrauen sieht oder wildfremde Menschen dem weinenden Kind in der U-Bahn ein aufmunterndes Ständchen singen. Ganz große Liebe war es auch, als ich mir hochschwanger nachts um 3am noch warme Cookies nach Hause liefern lassen konnte, während ich aus dem Schlafzimmerfenster die ersten Schneeflocken auf den Broadway fallen sah. Hach, New York Moments…<3  

REM singt “Leaving New York, never easy”. Stimmt das?
Victoria: Definitiv never easy. Ich weiß jetzt schon, dass ich New York schrecklich vermissen werde – vor allem die offenen, herzlichen Menschen und die unglaubliche Kinderfreundlichkeit. Gleichzeitig freuen wir uns nach den zwei Jahren nun aber auch schon SEHR auf die Annehmlichkeiten des relaxten Lebens in Wien. Wir beide lieben einen häufigen Tapetenwechsel und anscheinend packt uns alle zwei Jahre einfach die Abenteuerlust.

Wie werdet ihr euch von New York verabschieden?
Victoria: Die Abschiedstournee ist bereits seit Wochen in vollem Gange und es werden fleißig To Do’s von der Bucket List abgehakt. Hier noch einmal essen, dort ein Museum anschauen und vor allem viel Zeit mit Freunden verbringen. Am letzten Abend sind Kühlschrank und Apartment hoffentlich leer und wir werden auf unseren Koffern sitzend, mit einem letzten Glas Champagner auf die zwei bislang besten Jahre unseres Lebens anstoßen.

Wie geht es jetzt bei euch weiter? Was kommt als nächstes? Und wo kann man Eure Geschichte weiterverfolgen? Schreibst Du darüber auf Deinem Blog ?
Victoria: Jetzt beginnt ein aufregendes, neues Kapitel in Wien. Wien mit Kind wird eine völlig neue Erfahrung für uns und das Leben wird sicherlich ein vollkommen anderes sein, als noch vor ein paar Jahren als Student. Ich arbeite das erste Mal im Home Office für Meetup und Nova darf endlich in die Kita. Mein Mann wird beruflich wieder viel reisen und wir können viel einfacher Zeit mit der Familie in Deutschland verbringen. Mit ein bisschen mehr Routine und Alltag wird hoffentlich auch auf victorypug.com wieder mehr los sein ;)

…But there is something different about leaving and not knowing when you’ll be back again. Two days ago, I watched the city grow smaller and smaller, and foggier and foggier. I felt all of the little pieces of New York that are in me floating around and stinging with the friction of being pulled away, felt as though I was being bled and leaving a trail behind the car that kept us painfully connected somehow.

Geht Ihr auch, um wiederzukommen?
Victoria: Wir haben uns in New York unglaublich wohl gefühlt und eine Rückkehr ist definitiv nicht ausgeschlossen, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Vielleicht in 5, 10 oder 15 Jahren, wer weiß das schon…

Was aus New York nimmst Du für Dich mit?
Victoria: Eine Tochter und einen Berg Schulden. Kidding. Sort of ;)
Ich bin viel entspannter geworden. Hier läuft nie etwas nach Plan, niemand ist pünktlich und es kommt immer anders als man denkt. New York hat mir auch gezeigt, wie toll es ist, wenn Mütter sich gegenseitig unvoreingenommen unterstützen. Ich habe hier nie einen “gut gemeinten” Erziehungsratschlag bekommen und egal ob Ferber Methode oder Co-Sleeping, es wird sich immer mit viel Respekt und Verständnis begegnet. Das ist soviel schöner als “ich mein ja nur” und “wird man ja wohl noch sagen dürfen”.

Wirst Du etwas vermissen, wenn Du nicht mehr hier bist?
Victoria: Oh Gott, da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Die Menschen! Absolute Bagels! Die Öffnungszeiten! Das geordnete Schlangestehen! Kale! Die Tütenpacker im Supermarkt! Die Gospel-Opa’s in der Ubahn! Central Park! Trader Joe’s! Nie Bargeld zu benötigen! Kein Auto zu brauchen! Mac’n’Cheese! Unseren Doorman! Keine Päckchen bei der Post abholen zu müssen! Mit Kind fast immer einen Sitzplatz angeboten zu bekommen! Ramen! Columbus Circle! Korea Town! Whole Foods und wahrscheinlich 1.657.326 andere Dinge…

Now I’m on the road and I’m in my element, but I’ll never be the same with all the little pieces of New York in me, with the hope that maybe New York is a little bit changed, with a piece of me in it. Which is to say, you never really leave New York.

Danke liebe Victoria, dass Du Dir zwischen all den Umzugskisten die Zeit für uns genommen hast. Ihr werdet uns fehlen.

 

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*http://blog.latonyayvette.com/2016/02/to-leave-new-york.html?m=1

posted by Jule

Aldi schönen Sachen (DE)

Seien wir mal ehrlich: New York ist teuer. Ja.

Aber man gewöhnt sich an alles. Auch an 12 Eier für 10$ oder 2$-Äpfel. Gerade wenn Besucher aus Europa da sind wird einem klar, an welchen Preis-Irrsinn man sich hier über die Zeit gewöhnt.

Aber geht es auch günstiger? Wo kauft man in New York Bananen für 19 Cent (statt für 1$ im Deli an der Ecke)?

Hier: Trader Joe’s

Die amerikanische Tochter des Aldi-Konzerns ist deutlich cooler als die Mutter.

Aber warum eigentlich? Angefangen bei der gutgelaunten, in Hawaiihemden gekleideten Crew, die emsig durch den Laden huscht und immer hilfsbereit zur Seite steht, über Hipster-Design bei den Verpackungen der Eigenmarken, bis hin zu wöchentlich wechselnden Themen-Bereichen (Thanksgiving, Weihnachten, Superbowl usw.).

 

„Die Mitarbeiter bei Trader Joe’s sind so cool, da möchte man sofort Teil der Crew werden.“

Zugegeben, es gibt ein Problem, ja: Es ist immer knallvoll.

Naja, fast immer. In den Morgenstunden geht es noch, am frühen Abend kann es schon mal vorkommen, dass die Schlange für die Kasse direkt am Eingang beginnt und ein mal durch den ganzen Laden führt.

Ein interssantes Phänomen: niemand grummelt so richtig vor sich hin, wenn er mal ein bisschen warten muss. Vielleicht liegt das ja auch ein bisschen am frischen Kaffee, der immer für die Kunden bereit steht. Oder an den kleinen Probier-Portionen der neuen Produkte, die die Wartezeit verkürzen. Vom Chili con Carne, über Eiscreme bis zum New Yorker Cheesecake mit Pumpkin Spice – wer häppchenweise naschen darf wartet gern.

Außerdem hilft es natürlich, dass die 35-köpfige Kassencrew (!!!) superfix die Warteschlange abarbeitet und sich dabei trotzdem immer Zeit für Smalltalk nimmt.

 

Und während man in aller Ruhe seine Adressdaten auf einen Zettel schreibt (Trader Joe’s liefert wie alle Supermärkte in Manhattan direkt nach Hause), verpackt einer von Cool and the Gang mal eben einen ganzen Einkaufswagen in drei Minuten elegant in Papiertüten.

Der Preis auf dem Kassenbon ist gar nicht mal so hoch. Oder hab ich mich nun endgültig an die New Yorker Preise gewöhnt?

Hier ein paar Bestseller: http://www.buzzfeed.com/maitlandquitmeyer/best-products-trader-joes?bffbmain&utm_term=4ldqpgp#.wbyB7VDlj

posted by Jule

Kreditkarten, Fingerspitzengefühl und rohe Gewalt (DE)

Während wir unser Thanksgiving-Essen vorbereiteten (https://walkingonthewildside.com/2015/11/27/den-gurtel-weiter-schnallen-friendsgiving-in-nyc/) hatten es Bo und sein Kumpel Philipp irgendwie unbemerkt geschafft, unsere Badezimmertür hinter sich zu schließen. Und zwar von außen. Hier die Geschichte, wie elf Thanksgiving-Gäste und ein (wunderbarer) Doorman versuchen ein verriegeltes New Yorker Badezimmer aufzubrechen.

Zuerst habe ich noch gelacht. Als die ersten Gäste zur Toiletten müssen und die Tür noch immer nicht aufgeht, wird es langsam hektisch. Keines unserer Werkzeuge passt, keine Nadel, kein Messer. Die Tür kann nicht ausgehangen werden, diverse Kundenkarten und Plastikflaschen werden nun parallel aufgeschnitten – doch es hilft alles nichts. Die Tür bewegt sich keinen Zentimeter.

Auch die Nachbarn können die Situation nicht entspannen – an Thanksgiving ist wirklich kein New Yorker zuhause.

Wir rütteln also weiter. 20 Minuten. 30 Minuten. 35 Minuten – ich kann mit einigem Stolz behaupten, dass ein paar meiner Freunde durchaus Panzerknackerqualitäten haben.

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Wir brauchen trotzdem 40 Minuten.
Deswegen an dieser Stelle die Erkenntnis:

Mit viel Geduld, Kreditkarten, Fingerspitzengefühl und roher Gewalt geht jede Tür auf.

Wer von euch kommt jetzt nachts mit zu Tiffany’s?

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postet by Jule

Den Gürtel weiter schnallen. Friendsgiving in NYC (DE)

Sieben Monate in New York und schon hab ich zwei neue Feste gelernt. Zugegeben, Halloween kannte ich schon ein bisschen aus Deutschland. Thanksgiving aber war neu. Und ganz wunderbar. Es ist ein bisschen wie die Generalprobe für Weihnachten. Mit Truthahn. Und ich hatte ehrlicherweise keine Ahnung, was ein echtes Thanksgiving Dinner in den USA wirklich ausmacht.

Deswegen hier meine kleine Zutatenliste:

Zutat 1:
Eine handvoll Freunde. Wer wie wir seine Familie nicht in den USA hat, feiert „Friendsgiving“. Und zack ist das Haus voller Freunde und alle schnippeln, köcheln und stoßen an.

Zutat 2:
Ein Truthahn. Schon seit Wochen kann man in Manhattan in allen Supermärkten tiefgefrorene Truthähne in allen Größen und Sorten (kosher, nicht kosher, grass-fed, dick, dünn, glücklich, nicht so wirklich glücklich, aber dafür supergünstig usw.) finden. Wir haben unseren Vogel (für das gute Gewissen) bei einem Fleischer im West Village bestellt, der ausschließlich organic turkeys liefert.

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Zutat 3:
Zeit. An diesem letzten Donnerstag im November steht alles still. Was wir nur von den Weihnachtsfeiertagen kennen, wird nun auch an Thanksgiving durchgezogen: alles hat zu, keiner arbeitet, alle feiern. Keine Ausreden. Kein „ich würd ja gern, aber ich muss noch soooo viel…“. An Thanksgiving lässt das ganze Land für einen Tag den Stift fallen. Und am darauffolgenden Black Friday wird es dafür umso heftiger, wenn alle Geschäfte mit Rabatten die Weihnachtszeit einläuten.

Zutat 4:
Weite Hosen. Nach Süsskartoffel-Brokkolisuppe, Truthahn, Süsskartoffeln, Bohnen, Cranberriesauce, Mashed Potatos, Bananenbrot, Vanillekipferl und  Macarons geht die enge highwaist Jeans zumindest für eine Nacht nicht mehr zu.

„Thanksgiving, man. Not a good day to be my pants.“ (Kevin James)

 

 

posted by Jule

See You Next Year, Aircon (DE/EN)

Es ist kein Geheimnis, dass es hier im Sommer schweineheiß wird. Als wir im Mai herzogen, kamen wir genau eine Woche ohne Klimaanlage aus. Wir sind dann losgezogen um eine kleine unauffällige Klimaanlage zu suchen. Nice try, Europäer. (Warum Klimaanlagen hier so aussehen, als würde man einen halben Kühlschrank aus dem Fenster hängen, werde ich wohl nie verstehen)

Aber als sie dann eingebaut war, wurde die Klimaanlage unser Freund. Die furchtlose Kavallerie, die uns an stickigen Tagen gerettet hat. Und es gab wirklich viele stickige Tage. Ab sofort war zwar jedes Gespräch von einem lauten Brummen untermalt und für den Ausblick auf die Skyline musste man am Kühlschrank vorbeigucken. Aber egal, kühl war’s. Man konnte es aushalten.

Klimaanlagen, wenn sie nicht von vornherein ins Gebäude integriert sind, werden im halbgeöffeneten Fenster fixiert. Und sind damit auch der Grund, warum es dann im Herbst an allen Ecken kalt reinpfeift.

Deshalb muss man die Klimaanlage irgendwann vorübergehend ausbauen. Zumindest wenn man genügend Stauraum hat, um sie bis zum Sommer irgendwo unterzustellen (hatten wir nicht). Aber als (selbsterklärte) Stauraumkönigin habe ich wirklich alles getan, um die Dinger irgendwie in unsere Kammer zu stopfen. Es hat geklappt.

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Außerdem habe ich die Gelegenheit genutzt um gleich mal die Fenster zu putzen. Denn auch das war mir anfangs ein Rätsel. Wie putzt man die bloß? Sie lassen sich ja nicht aufklappen und nur auf- und zuschieben.

Des Rätsels Lösung: Die Fenster werden einmal komplett ausgehebelt, auf den Boden gestellt. Tadaaa!

Ohne Grauschleier auf den Scheiben und „Kühlschrank“ kann sie jetzt kommen, die dunkle Jahreszeit.

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It is not a secret that summer in The City is hot and sticky. When we moved here in May, we could stand the heat for exactly a week without an air-con in our apartment. After this week, we went on the hunt for a small and chic looking air-con. Nice try of us Europeans! (I guess air-cons in the US have to look like refrigerators hanging out of the windows).

After the installation, our new air-con became our best friend. Our fearless cavalry who saved us on the sticky days. And we had many of those. We did overhear the buzzing noise during each and single of our conversations and we could oversee the fact that our view of the skyline was “slightly” blocked. It was cool in the apartment. The only thing that mattered to us.

Air-conditionings are either integrated in the building (central heating/ cooling system) or they have to be attached to a slightly opened window. One reason why its has been quite chilling in our apartment with the beginning of fall. So It was about time to de-attach our air-con and to find a place to store it (which we didn’t have) until next summer. But I made it happen!

This whole exercise gave me a good opportunity to clean our windows which was another mystery for me. How do I suppose to clean these sliding windows? I had to remove the whole sliding window and put them on the floor! Voila.

Now with our unblocked view of the skyline we are ready for the dark season to come.

posted by Jule

Embracing NYC Indian Summer in 2 Days – Visit from Germany (EN)

If you live in NYC, you probably won’t have a lack of visitors. This weekend I was thrilled to have one of my best friends Ira from Germany staying with us for the weekend.  Ira was even more excited to be in The City, which she knew from her internship back in 2003. However, this is still a first time. The first time of being 4 nights away from her two kids!

I love the moment of every single reunion with a family member or a friend and most of them have some kind of goodies for Philipp or us. No exception with Ira! In fact, Ira’s suitcase was half filled with kids books, toys, countless organic healthy toddler snacks and other gifts for Philipp. All made in Germany. For us this was Christmas in Fall!

Thanks to my husband and our babysitter, Ira and I basically had two days without kids ahead of us… fully packed with things we wanted to do. Two very intense days where we tried to embrace The City to the fullest. Two days without constantly pushing a stroller. Two days where we were actually able to finish our own sentences without any interruptions. …just time for us from heart to heart.

While I am writing this blog post, Ira is on the plane back to her sweet sweet home and I still have her words in my mind when she arrived: its good to be back… it smells like New York.

Our Highlights:

Breakfast stop at The Jane Hotel. Simply a lovely and cozy boutique hotel with impressive history (e.g. the hotel used to host the Titanic survivors) located in West Village. We had a quiet breakfast with very yummy food. The perfect contrast to the buzzing City and not touristy at all.
http://www.thejanenyc.com
(Good place also to go with kids)


Morning walk on the Highline. The Highline used to be an abandoned railway before it was repurposed to linear park running from Gansevoort Street to ~34th Street (1.45miles/2.3km long). An amazing spot to embrace Indian Summer (apart from Central Park).
http://www.thehighline.org

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Whitney Museum of American Art
This Museum was closed in 2014 and reopened at a new location on May 2015 in West Village/Meatpacking District. The new location/architecture of this Museum alone is worth seeing and on the higher floors of the Museum you will have an amazing view of Downtown and the Hudson River. We both loved the fact that this Museum is much smaller than e.g. MoMA or The MET where I always get lost at some point. However, there is still enough to see with an art collection of 21,000 works all during twentieth and twenty first centuries laid out on 7 floors.
http://whitney.org
(Unfortunately the elevators in this museum are always overcrowded. I would recommend to take the elevator directly to the 7th floor and walk your way down.)

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Bleecker Street. We both love the area around Bleecker Street. With Magnolia Bakery on Bleecker and knowing that Sarah Jessica Parker lives in this neighborhood, this part of The City always reminds me of “Sex and the City”.

Upper East Side. We also took a long walk on Madison Avenue and Park Avenue. On Madison Avenue you can find all the designer boutiques from Celine to Hermes. The perfect spot for us to do some window shopping and to do a stop at Laduree to have the best macarones on this planet.
https://www.laduree.com/en_int/

Other Favorite Places to Eat:
The East Pole (UES)
Warm and cosy. A great place to have brunch or lunch if you are on the Upper East Side.
http://www.theeastpolenyc.com

Fig & Olive (Midtown)
Clean and chic. An excellent modern Mediterranean cuisine with locally sourced ingredients. Ideally, go there without kids as space is limited.
http://www.figandolive.com/menu/fifth-avenue/

posted by Meng

Mein Lieblingsplatz im West Village (DE)

Mein Lieblingsspielplatz liegt im West Village in der Bleecker Street.

Ich habe ihn an einem Tag im Sommer ganz zufällig gefunden. Eigentlich war ich gerade auf der Suche nach Carries Appartment (ihr wisst schon, die weltberühmten Treppen zur Wohnung irgendwo südlich der Highline, nur wenige hundert Meter von der Magnolia Bakery entfernt).

Mittlerweile ist aus dem Zufallsfund unser Lieblingsspielplatz geworden. Das hat (neben der Nähe zu Magnolia) einen weiteren, wichtigen Grund:

Der Spielplatz ist voller Spielzeug. Hier wird mit allen geteilt. Und das Spielzeug wird von allen Kindern heißer als das eigene geliebt (zumindest die fünf Minuten bis das nächste Spielzeug wieder toller ist).

Kleine Roller, Bälle, Küchen, Dreiräder, Eimerchen, Schippen, Förmchen, Laufräder (und für die Mamas eine Toilette und ein Wickelraum).

Für Bo und alle anderen Kinder ist dieser Ort das Kinderschlaraffenland. Eine Utopie mit Sandkiste.

Ich habe noch nie gesehen, dass irgendjemand das Spielzeug eigensinnig mitnimmt. Oder sich daran bereichert. Als Ostberlinerin geht mir da natürlich das Herz auf.

Und es beschleicht mich das Gefühl, dass einige Eltern auch ein bisschen froh sind, manch buntes Plastikmonstrum vom letzten Kindergeburtstag klammheimlich aussetzen zu können.

Am Ende gewinnen alle. Gelebter Sozialismus. Und das ausgerechnet in der Welthauptstadt des Kapitalismus.

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posted by Jule