Interview: Leaving New York. Supernovas Mama geht.

 

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In New York herrscht ständiges Kommen und Gehen. Fremde kommen und gehen irgendwann als Freunde wieder.

One of the hardest things about living in NYC is that this city is so transient. Hate when good friends move away… (Taza)

…Leaving New York never has anything to do with leaving New York, and everything to do with everything else. Even lifetime New Yorkers leave New York. They get out and they go back. New York in and of itself is a constant; New Yorkers are not.*

Während Meng und ich bei Victoria sitzen und wir etwas erschöpft und belustigt zuschauen wie die kleinen Monster das hübsche One Bedroom Appartment verwüsten, schiele ich schon auf die gestapelten Umzugskisten. Sie haben gepackt. Die Reise geht weiter und uns wird bei dem Gedanken ganz schwer ums Herz.

Vielleicht sitzen wir irgendwann an einem anderen Ort der Welt zusammen und schauen zu, wie unsere Kinder Chaos verbreiten. Aber wer weiß. Auf jeden Fall geht jetzt eine kleine Episode zu Ende, die wir alle sehr mochten.

Aber bevor wir Victoria und ihre kleine Familie gehen lassen, haben wir noch ein paar Fragen an sie:

Wie lange habt Ihr jetzt in der Stadt gelebt?
Victoria: Fast genau zwei Jahre. Anderthalb Monate fehlen uns, um die zwei Jahre voll zu machen. Es fühlt sich gleichzeitig wie eine Ewigkeit und ein Augenzwinkern an. Klingt immer nach Klischee – ist aber wirklich so.

Wo und wie habt ihr in den letzten 18 Monaten gewohnt?
Victoria: Wir haben großes Glück gehabt und das “Student Housing” der Columbia University bekommen. Und so durften wir ein schnuckeliges One Bedroom Apartment mit 50 Quadratmetern am oberen Ende der Upper West Side unser Eigen nennen.

Warum überhaupt New York?
Victoria: 2008 haben mein Mann und ich während unseres Studiums ein Auslandssemester in NYC verbracht. Das Semester ist viel zu schnell verflogen und wir wussten, dass wir irgendwann noch einmal für längere Zeit zurückkehren MÜSSEN. Als mein Mann von seinem Arbeitgeber die Möglichkeit einer zweijährigen Bildungsauszeit bekommen hat, stand schnell fest, dass es ein MBA in New York werden soll. Das Bewerbungsverfahren für den MBA war lang und aufregend und die Freude über die Zusage natürlich grenzenlos. Bei so einer Chance überlegt man natürlich nicht zwei Mal. Ich habe meinen Job bei Procter & Gamble gekündigt, wir haben fast unser gesamtes Hab und Gut verkauft, unsere Wohnung aufgelöst und ein paar Tage später saßen wir schon im Flieger.  

New York is as magical as they say, and I still can’t believe that it was really my life to walk the streets and know the people and claim little bits of that energy as my own.

Was bedeutet Dir die Stadt heute?
Victoria: New York ist für mich einfach die tollste, aufregendste und schönste Stadt der Welt. Die Energie ist ansteckend und those big lights WILL inspire you. Es ist eine Stadt der Extreme und vielleicht ist es das, was sie so besonders macht. Die Jahreszeiten sind extrem, die Menschen sind extrem, die Preise sind extrem und ein ganz normaler Tag ist nicht selten extrem aufregend. In New York haben wir die schönsten zwei Jahre unseres Lebens verbracht und hoffentlich wird sich die Stadt für immer genau so nach “zu Hause” anfühlen, wie in diesem Moment.

Du bist hier zum ersten Mal Mama geworden. Erzähl doch mal, wie hast Du das erlebt? Habt ihr euch vorbereitet? Was war Dir eine große Hilfe?
Victoria: Als wir umgezogen sind war ich bereits im vierten Monat schwanger, aber wir hatten keinerlei Vorbereitungen getroffen. Vor Ort haben wir uns dann einen Arzt gesucht und eine deutsche Doula engagiert (In den USA gibt es keine Hebammen und keinerlei Betreuung vor und nach der Geburt, abgesehen vom Hausarzt). Ich hatte aber wirklich nie Bedenken, das erste Kind fernab der Heimat zu bekommen und die gesamte Erfahrung vor, während und nach der Geburt war wunderbar herzlich und schön. Ich würde es sofort wieder genauso machen.

In New York, they say you’re always looking for a boyfriend, an apartment or a job… (Sex and the City)

Den Mann haste ja mitgebracht, das Apartment war schon vorher ausgesucht – wie lief das mit Deinem Job? Du hast Teilzeit bei Meetup (meetup.com) gearbeitet, einem hier sehr bekannten Start-Up. Hattet Ihr eine Nanny oder wie habt Ihr es organisiert?
Victoria: Als Nova ungefähr sechs Monate alt war, habe ich durch einen glücklichen Zufall von diesem tollen Teilzeit-Job bei Meetup erfahren (Teilzeit-Jobs sind hier eher selten). Mein Mann konnte seine Unikurse in zwei Tage pro Woche und einige Wochenenden quetschen, sodass ich drei volle Tage pro Woche arbeiten konnte. Zu Beginn haben die beiden mich noch jeden Tag in meiner Mittagspause in SoHo besucht und ich habe Nova gestillt. Das Ganze hat wunderbar funktioniert und ich habe die Tage im Büro unglaublich genossen, während Nova und Papa ein grandioses Team geworden sind. Ich bin super dankbar, dass wir diesen Luxus hatten, während meine amerikanischen Kolleginnen nach sechs Wochen(!) unbezahltem Mutterschaftsurlaub wieder Vollzeit arbeiten und ihr Kind einer Nanny oder Kita anvertrauen müssen.

Jetzt nach den 17 Monaten mit Supernova: New York mit Kind, Hopp oder Top?
Victoria: Ha! Die große Preisfrage. Ich glaube für die Kinder selbst, egal in welchem Alter, ist das Leben und Aufwachsen hier einfach nur grandios. Es gibt leider so viele Vorurteile gegenüber Kindererziehung in einer Großstadt wie New York, aber meiner Erfahrung nach stört es kein einziges Kind in einem winzigen Apartment zu leben, wenn es diese unglaubliche Vielfalt an Aktivitäten vor der Haustür hat. Übernachten im Museum of Natural History, mit der Ubahn zum Strand von Coney Island, ein Spielplatz an jeder Straßenecke, ein Park so groß wie Monaco direkt um die Ecke, viele Museen für Kinder, mehrere Zoos und und und… Es gibt einfach so unglaublich viel zu entdecken und zu erleben, dass es schlichtweg unmöglich ist, Langeweile zu haben. Für uns Eltern hat das aufregende Leben in New York allerdings auch einen sprichwörtlich hohen Preis. Selbst für kleinsten Wohnraum zahlt man horrende Summen und ein Kita Platz kostet gerne 2000-3000$ im Monat. Eine Waschmaschine ist in den meisten Apartments per Gesetz nicht erlaubt und für eine Spülmaschine ist häufig sowieso kein Platz. Es sind die kleinen Dinge und großen Preise die das Leben mit Kind hier auch ziemlich anstrengend werden lassen. Trotzdem ist das Abenteuer New York mit Kind jeden Dollar wert und ich rate jedem der die Möglichkeit hat: Go for it.  

Was sind Deine fünf Tipps für alle Mamas die frisch nach New York gezogen sind oder das gerade planen?

  1. Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken. Die Mom/Parent-Communities in New York sind riesig und unglaublich offen und herzlich. Egal ob Meetup- oder Facebook-Gruppen, es gibt immer viele nette Playdates, Stroller Walks, Mommy Happy Hours, Picnics und Music Classes die es jedem super einfach machen, neue Leute kennenzulernen.
  2. Travel light. Die U-Bahn ist oft sehr voll und einen Aufzug gibt es nur an wenigen Stationen. Je kleiner und leichter der Kinderwagen desto besser. Wie ganz viele andere New Yorker auch, waren wir mit Nova die ersten sechs Monate fast ausschließlich mit der Trage unterwegs.
  3. Es gibt jede Woche wahnsinnig tolle Newsletter mit Family Aktivitäten fürs Wochenende von Red Tricycle und Mommy Poppins. Die Infos sind Gold wert.
  4. Um den Anschluss an die Heimat nicht zu verlieren – Mommy Mondays Manhattan (und vieles mehr) von Citykinder.
  5. Dein Smartphone ist dein bester Freund. In vielleicht keiner anderen Stadt ist es so einfach sich quasi ALLES innerhalb von einer Stunde an die Haustür liefern zu lassen. Amazon NOW, Google Express, Fresh Direct, Instacart, Postmates…Alle nervigen Besorgungen und Einkäufe kann man bequem vom Sofa aus erledigen.

…You can’t over-romanticize New York. New York is what it is, and all people, everywhere, have a love-hate relationship with the place. Some people love it more than other people hate it, but its glittery allure turns everyone’s eye at one point, even if it’s just on a movie screen or in a magazine picture.

Hast Du eine „Hassliebe“ zu New York entwickelt oder bist Du immer noch verliebt?
Victoria: An der berühmten “Hassliebe” der New Yorker ist bestimmt viel Wahrheit dran. An 29 Tagen des Monats bin ich unglaublich verliebt in New York, aber dann gibt es meist auch diesen einen Tag, an dem die Liebe nicht ganz so groß ist. Zum Beispiel wenn es in Strömen regnet und aus einer 20 Minuten U-Bahn Fahrt einfach so 90 Minuten werden, weil man auch nach zwei Jahren die dahingenuschelten Service Changes der Bahn nicht verstanden hat. Da stehe ich dann auf einmal mit quengeldem Kind im tiefsten Harlem und es ist kein Aufzug und kein Taxi (eines mit Kindersitz sowieso nicht) weit und breit zu sehen. An solchen Tagen wird die Liebe zu New York auf eine harte Probe gestellt.
Am nächsten Tag ist allerdings alles wieder vergessen, wenn man den menschenleeren Times Square im Morgengrauen sieht oder wildfremde Menschen dem weinenden Kind in der U-Bahn ein aufmunterndes Ständchen singen. Ganz große Liebe war es auch, als ich mir hochschwanger nachts um 3am noch warme Cookies nach Hause liefern lassen konnte, während ich aus dem Schlafzimmerfenster die ersten Schneeflocken auf den Broadway fallen sah. Hach, New York Moments…<3  

REM singt “Leaving New York, never easy”. Stimmt das?
Victoria: Definitiv never easy. Ich weiß jetzt schon, dass ich New York schrecklich vermissen werde – vor allem die offenen, herzlichen Menschen und die unglaubliche Kinderfreundlichkeit. Gleichzeitig freuen wir uns nach den zwei Jahren nun aber auch schon SEHR auf die Annehmlichkeiten des relaxten Lebens in Wien. Wir beide lieben einen häufigen Tapetenwechsel und anscheinend packt uns alle zwei Jahre einfach die Abenteuerlust.

Wie werdet ihr euch von New York verabschieden?
Victoria: Die Abschiedstournee ist bereits seit Wochen in vollem Gange und es werden fleißig To Do’s von der Bucket List abgehakt. Hier noch einmal essen, dort ein Museum anschauen und vor allem viel Zeit mit Freunden verbringen. Am letzten Abend sind Kühlschrank und Apartment hoffentlich leer und wir werden auf unseren Koffern sitzend, mit einem letzten Glas Champagner auf die zwei bislang besten Jahre unseres Lebens anstoßen.

Wie geht es jetzt bei euch weiter? Was kommt als nächstes? Und wo kann man Eure Geschichte weiterverfolgen? Schreibst Du darüber auf Deinem Blog ?
Victoria: Jetzt beginnt ein aufregendes, neues Kapitel in Wien. Wien mit Kind wird eine völlig neue Erfahrung für uns und das Leben wird sicherlich ein vollkommen anderes sein, als noch vor ein paar Jahren als Student. Ich arbeite das erste Mal im Home Office für Meetup und Nova darf endlich in die Kita. Mein Mann wird beruflich wieder viel reisen und wir können viel einfacher Zeit mit der Familie in Deutschland verbringen. Mit ein bisschen mehr Routine und Alltag wird hoffentlich auch auf victorypug.com wieder mehr los sein ;)

…But there is something different about leaving and not knowing when you’ll be back again. Two days ago, I watched the city grow smaller and smaller, and foggier and foggier. I felt all of the little pieces of New York that are in me floating around and stinging with the friction of being pulled away, felt as though I was being bled and leaving a trail behind the car that kept us painfully connected somehow.

Geht Ihr auch, um wiederzukommen?
Victoria: Wir haben uns in New York unglaublich wohl gefühlt und eine Rückkehr ist definitiv nicht ausgeschlossen, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Vielleicht in 5, 10 oder 15 Jahren, wer weiß das schon…

Was aus New York nimmst Du für Dich mit?
Victoria: Eine Tochter und einen Berg Schulden. Kidding. Sort of ;)
Ich bin viel entspannter geworden. Hier läuft nie etwas nach Plan, niemand ist pünktlich und es kommt immer anders als man denkt. New York hat mir auch gezeigt, wie toll es ist, wenn Mütter sich gegenseitig unvoreingenommen unterstützen. Ich habe hier nie einen “gut gemeinten” Erziehungsratschlag bekommen und egal ob Ferber Methode oder Co-Sleeping, es wird sich immer mit viel Respekt und Verständnis begegnet. Das ist soviel schöner als “ich mein ja nur” und “wird man ja wohl noch sagen dürfen”.

Wirst Du etwas vermissen, wenn Du nicht mehr hier bist?
Victoria: Oh Gott, da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Die Menschen! Absolute Bagels! Die Öffnungszeiten! Das geordnete Schlangestehen! Kale! Die Tütenpacker im Supermarkt! Die Gospel-Opa’s in der Ubahn! Central Park! Trader Joe’s! Nie Bargeld zu benötigen! Kein Auto zu brauchen! Mac’n’Cheese! Unseren Doorman! Keine Päckchen bei der Post abholen zu müssen! Mit Kind fast immer einen Sitzplatz angeboten zu bekommen! Ramen! Columbus Circle! Korea Town! Whole Foods und wahrscheinlich 1.657.326 andere Dinge…

Now I’m on the road and I’m in my element, but I’ll never be the same with all the little pieces of New York in me, with the hope that maybe New York is a little bit changed, with a piece of me in it. Which is to say, you never really leave New York.

Danke liebe Victoria, dass Du Dir zwischen all den Umzugskisten die Zeit für uns genommen hast. Ihr werdet uns fehlen.

 

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*http://blog.latonyayvette.com/2016/02/to-leave-new-york.html?m=1

posted by Jule

Aldi schönen Sachen (DE)

Seien wir mal ehrlich: New York ist teuer. Ja.

Aber man gewöhnt sich an alles. Auch an 12 Eier für 10$ oder 2$-Äpfel. Gerade wenn Besucher aus Europa da sind wird einem klar, an welchen Preis-Irrsinn man sich hier über die Zeit gewöhnt.

Aber geht es auch günstiger? Wo kauft man in New York Bananen für 19 Cent (statt für 1$ im Deli an der Ecke)?

Hier: Trader Joe’s

Die amerikanische Tochter des Aldi-Konzerns ist deutlich cooler als die Mutter.

Aber warum eigentlich? Angefangen bei der gutgelaunten, in Hawaiihemden gekleideten Crew, die emsig durch den Laden huscht und immer hilfsbereit zur Seite steht, über Hipster-Design bei den Verpackungen der Eigenmarken, bis hin zu wöchentlich wechselnden Themen-Bereichen (Thanksgiving, Weihnachten, Superbowl usw.).

 

„Die Mitarbeiter bei Trader Joe’s sind so cool, da möchte man sofort Teil der Crew werden.“

Zugegeben, es gibt ein Problem, ja: Es ist immer knallvoll.

Naja, fast immer. In den Morgenstunden geht es noch, am frühen Abend kann es schon mal vorkommen, dass die Schlange für die Kasse direkt am Eingang beginnt und ein mal durch den ganzen Laden führt.

Ein interssantes Phänomen: niemand grummelt so richtig vor sich hin, wenn er mal ein bisschen warten muss. Vielleicht liegt das ja auch ein bisschen am frischen Kaffee, der immer für die Kunden bereit steht. Oder an den kleinen Probier-Portionen der neuen Produkte, die die Wartezeit verkürzen. Vom Chili con Carne, über Eiscreme bis zum New Yorker Cheesecake mit Pumpkin Spice – wer häppchenweise naschen darf wartet gern.

Außerdem hilft es natürlich, dass die 35-köpfige Kassencrew (!!!) superfix die Warteschlange abarbeitet und sich dabei trotzdem immer Zeit für Smalltalk nimmt.

 

Und während man in aller Ruhe seine Adressdaten auf einen Zettel schreibt (Trader Joe’s liefert wie alle Supermärkte in Manhattan direkt nach Hause), verpackt einer von Cool and the Gang mal eben einen ganzen Einkaufswagen in drei Minuten elegant in Papiertüten.

Der Preis auf dem Kassenbon ist gar nicht mal so hoch. Oder hab ich mich nun endgültig an die New Yorker Preise gewöhnt?

Hier ein paar Bestseller: http://www.buzzfeed.com/maitlandquitmeyer/best-products-trader-joes?bffbmain&utm_term=4ldqpgp#.wbyB7VDlj

posted by Jule

Snowmageddon in New York. Eine Weltstadt wird zum Skiort (DE).

Seit einigen Monaten mache ich mir Gedanken, wie man in New York den Winter überstehen soll. Gut, ich komm ja aus Berlin und bin einiges an Minus-Temperaturen gewohnt. Aber die Berichte der New Yorker ließen erahnen, dass dieser Winter nicht wie die 27 davor sein würden.

War er dann auch nicht. Es war der wärmste Winter ever. T-Shirt Wetter an Heiligabend (die Hamburger sagen dazu „Sommer“).

Und jetzt? Alles umsonst? Die ganzen warmen Jacken, schneefesten Stiefel, die Wollpullis, die Schals, die Thermosocken? Nein. Das Fernsehen sagt seit einer Woche: Jonas kommt.

Jonas ist der Name des Blizzards, der den ersten Schnee des Jahres an die Ostküste bringen soll. Perfekt abgestimmt auf die Arbeitswoche kommt Jonas in der Nacht von Freitag auf Samstag. Blizzard-Wochenende!

Wir haben also noch ein bisschen Zeit, um uns vorzubereiten.
Als Erstes: Hamstereinkäufe. Im Supermarkt steht der Typ mit dem „End of the Line“-Schild direkt am Eingang. Die Schlange windet sich einmal durch den Supermarkt. Thanksgiving-Verhältnisse. In der Schlange stehend lerne ich eine wichtige Lektion von einer echten New Yorker Lady: beim Hamsterkauf niemals zugeben, dass man hamstert.

„Also ICH kauf ja nur ganz normal ein. Schau sie dir an, die drehen alle durch, wegen ein paar Inches Schnee.“

Nächste Station: Schlittenkaufen.
Im K-Mart finde ich eine flache rote Plastikschale, die für die ersten Tage genügen sollte. Genügend Platz, um das ganze Jahr lang einen massiven Holzschlitten zu lagern hat hier sowieso niemand.

Ab nach Hause. Nächster Punkt auf der To Do-Liste: Fenster abdichten. Ich lege alle möglichen Handtücher davor, damit der Wind nicht so doll hinein pfeifen kann. (New Yorker sind es übrigens gewohnt, dass ihre Heizung zentralgesteuert wird. Heißt: kein Thermostat, keinerlei Einfluss auf warm oder kalt. Einziges Mittel gegen eine bollernde Heizung? Fenster auf!)

Und dann kommt Jonas.
Pünktlich am Samstag Morgen um 2am fängt es langsam an zu schneien und hört dann den gesamten Samstag nicht mehr auf. Auf einmal herrscht in dieser Stadt Ausnahmezustand, den man so eigentlich nicht für möglich gehalten hätte.

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Die Stadt, die niemals still steht, steht still.

Manhattan versinkt im Schnee, die Straßen sind leer. Einige Geschäfte kämpfen noch bis 4pm, aber weil eh keiner kommt, schließen dann auch die letzten.

Über das Warnsystem der Stadt geht eine SMS an alle Handies raus, dass ab 2:30pm außer Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr keine Fahrzeuge mehr auf den Straßen fahren dürfen. Die Doormänner schippen rund um die Uhr.

Eine Weltstadt wird zum Skiort. „Tatütata-New York“ ist auf einmal ganz leise.

Wir testen den Plastikschlitten (gar nicht mal so schlecht) und ziehen mit wenigen mutigen Fußgängern und Skifahrern durch die Straßen. Und auf den kleinen Hügeln im Central Park wird parallel die Rodelsaison eröffnet.

Ich mag Blizzard-Wochenenden.

posted by Jule

When Window Displays Become Magical (DE/EN)

Wie New York die Schaufenster verzaubert

Ich bin eigentlich ein großer Fan von schlichtem und cleanem Design. Aber während der Weihnachtszeit werde ich zum Kind. Da kann es gar nicht genug Glitzer, Gold und Kitsch sein (da sind Jule und ich uns sehr ähnlich). Deshalb konnten wir die letzten zwei Wochen auch nicht aufhören ständig und überall Bilder von wunderbaren, beeindruckenden Schaufenstern und spektakulären Dekorationen zu knipsen. Wir haben versucht, ein paar der besten Bilder für euch rauszupicken.

Für uns steht es fest: die Deutschen mögen die besten Ingenieure haben, New York aber hat definitiv die besten Schaufensterdekorateure.

New York hat für mich niemals so spektakulär ausgesehen wie jetzt … Christmas is in the air!


I usually have a strong preference for simplicity and clean sleek design. But during Christmas season I can not get enough of glitter, gold and some “Kitsch” (same applies to Jule). So during the last two weeks we both have been taking non-stop pictures & videos of the spectacular Christmas window displays and decorations in The City. We tried our best but the pictures don’t do the justice of the freaking amazing work of the window dressers.

Well the Germans might have the best people in engineering but the New Yorkers have the best window dressers.

The City has never looked more spectacular to me …Christmas is in the air!

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posted by Meng

Kreditkarten, Fingerspitzengefühl und rohe Gewalt (DE)

Während wir unser Thanksgiving-Essen vorbereiteten (https://walkingonthewildside.com/2015/11/27/den-gurtel-weiter-schnallen-friendsgiving-in-nyc/) hatten es Bo und sein Kumpel Philipp irgendwie unbemerkt geschafft, unsere Badezimmertür hinter sich zu schließen. Und zwar von außen. Hier die Geschichte, wie elf Thanksgiving-Gäste und ein (wunderbarer) Doorman versuchen ein verriegeltes New Yorker Badezimmer aufzubrechen.

Zuerst habe ich noch gelacht. Als die ersten Gäste zur Toiletten müssen und die Tür noch immer nicht aufgeht, wird es langsam hektisch. Keines unserer Werkzeuge passt, keine Nadel, kein Messer. Die Tür kann nicht ausgehangen werden, diverse Kundenkarten und Plastikflaschen werden nun parallel aufgeschnitten – doch es hilft alles nichts. Die Tür bewegt sich keinen Zentimeter.

Auch die Nachbarn können die Situation nicht entspannen – an Thanksgiving ist wirklich kein New Yorker zuhause.

Wir rütteln also weiter. 20 Minuten. 30 Minuten. 35 Minuten – ich kann mit einigem Stolz behaupten, dass ein paar meiner Freunde durchaus Panzerknackerqualitäten haben.

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Wir brauchen trotzdem 40 Minuten.
Deswegen an dieser Stelle die Erkenntnis:

Mit viel Geduld, Kreditkarten, Fingerspitzengefühl und roher Gewalt geht jede Tür auf.

Wer von euch kommt jetzt nachts mit zu Tiffany’s?

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postet by Jule

Den Gürtel weiter schnallen. Friendsgiving in NYC (DE)

Sieben Monate in New York und schon hab ich zwei neue Feste gelernt. Zugegeben, Halloween kannte ich schon ein bisschen aus Deutschland. Thanksgiving aber war neu. Und ganz wunderbar. Es ist ein bisschen wie die Generalprobe für Weihnachten. Mit Truthahn. Und ich hatte ehrlicherweise keine Ahnung, was ein echtes Thanksgiving Dinner in den USA wirklich ausmacht.

Deswegen hier meine kleine Zutatenliste:

Zutat 1:
Eine handvoll Freunde. Wer wie wir seine Familie nicht in den USA hat, feiert „Friendsgiving“. Und zack ist das Haus voller Freunde und alle schnippeln, köcheln und stoßen an.

Zutat 2:
Ein Truthahn. Schon seit Wochen kann man in Manhattan in allen Supermärkten tiefgefrorene Truthähne in allen Größen und Sorten (kosher, nicht kosher, grass-fed, dick, dünn, glücklich, nicht so wirklich glücklich, aber dafür supergünstig usw.) finden. Wir haben unseren Vogel (für das gute Gewissen) bei einem Fleischer im West Village bestellt, der ausschließlich organic turkeys liefert.

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Zutat 3:
Zeit. An diesem letzten Donnerstag im November steht alles still. Was wir nur von den Weihnachtsfeiertagen kennen, wird nun auch an Thanksgiving durchgezogen: alles hat zu, keiner arbeitet, alle feiern. Keine Ausreden. Kein „ich würd ja gern, aber ich muss noch soooo viel…“. An Thanksgiving lässt das ganze Land für einen Tag den Stift fallen. Und am darauffolgenden Black Friday wird es dafür umso heftiger, wenn alle Geschäfte mit Rabatten die Weihnachtszeit einläuten.

Zutat 4:
Weite Hosen. Nach Süsskartoffel-Brokkolisuppe, Truthahn, Süsskartoffeln, Bohnen, Cranberriesauce, Mashed Potatos, Bananenbrot, Vanillekipferl und  Macarons geht die enge highwaist Jeans zumindest für eine Nacht nicht mehr zu.

„Thanksgiving, man. Not a good day to be my pants.“ (Kevin James)

 

 

posted by Jule

Top 5 Steak Restaurants in NYC (EN)

 

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What the bistro is to Parisians is the steakhouse to New Yorkers. When it comes to steak my husband can call himself an expert. Whenever we were traveling he would do research beforehand and drag me to a good steak restaurant in town. For him this has always been a part of sightseeing. Good for him that we live in The City…

Below are our current top five for NYC knowing that there are more to discover. You can not go wrong with any of these steak restaurants!

General advice: book 2-3 weeks in advance, especially for Thursday – Sunday evenings.

American Cut (Tribeca)
363 Greenwich St, NY 10013
A good mix of old school and sleek interior with beautiful chandeliers on the ceiling. This restaurant owned by the celebrity chef Marc Forgione is a solid option. Their pastrami flavored steak is worth a try. Great steak restaurant loved by business people which is also famous for their burger.
Reservation: 1-2 weeks lead time
http://www.americancutsteakhouse.com

Keens Steakhouse (Midtown)
72W 36th, NY 10018
I would call this restaurant a steakhouse institution. Established 1885, Keens is the oldest Steakhouse in NYC with very old school charm and it owns the largest collection of churchwarden pipes in the world. Vintage rooms with an antique bar offering a great selection of single malts. Excellent food and top notch service, there is no question why this restaurant is still around.
Reservation: 3 weeks lead time
http://www.keens.com

Peter Luger (Williamsburg, Brooklyn)
178 Broadway, Brooklyn
No list of top steak restaurant without Peter Luger. “The Original Master of Blood and Butter” called by the New York Times and I also agree with New York Times that the rooms recall a Bavarian beer Hall. An institution founded in 1887 that lives up to the hype and high expectations. However be comfortable with somewhat rough waiters and that you need to bring (a lot of) cash. No credit cards.
Reservation: 2-3 weeks lead time
https://peterluger.com

Porter House (Columbus Circle)
10 Columbus Circle, NY 10019
For me the most family/kids friendly out of these top 5. A very spacious steakhouse with a good selection of seafood apart from steak.  If you are lucky you might get one of tables over looking Central Park.
Reservation: 1-2 weeks lead time
http://porterhousenewyork.com

Wolfgang’s Steakhouse (Park Avenue)
4 Park Ave. NY 10016
This excellent restaurant is owned by Wolfgang Zwiener, the former headwaiter of Peter Luger for 4 decades. Out of the 3 locations in The City, our favorite is the one on Park Avenue. For me this place would be the classic prototypical NYC steakhouse with mahogany paneling and arched ceilings. My husband’s favorite!
Reservation: 2-3 weeks lead time
http://wolfgangssteakhouse.net/parkave/

posted by Meng